Wasser ist ein Gemeingut, das geschützt werden muss. Wie steht es in der Wallonie um die Wassergüte? Wer beaufsichtigt sie und welche Verunreinigungsquellen bestehen? 

Wasser muss - um für den Verzehr geeignet zu sein - Normen der Trinkwassertauglichkeit erfüllen. Die Qualität von einem Wasserkörper wird auch nach ökologischen, chemischen und quantitativen Kriterien bestimmt.

Normes de potabilité

Tagtäglich werden zahlreiche Stichproben entnommen, um physikalisch-chemische Parameter von Trinkwasser zu prüfen. Wasser ist das am meisten kontrollierte Lebensmittel. Es darf keinerlei Mikroorganismen, Parasiten oder Stoff enthalten, die eine potentielle Gefahr für die Gesundheit darstellen könnten. Der Gehalt an Nitrat und Pestiziden gehören zu den vielen Parametern, die geprüft werden.

  • Der Nitratgehalt darf 50 mg je Liter Wasser nicht überschreiten, was der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Norm für Trinkwassertauglichkeit entspricht. Das Ziel besteht darin die gesamte Bevölkerung vor jeglicher möglicher Auswirkung von Nitrat auf die Gesundheit zu schützen. Dieser Wert ist ein Muss, denn wenn er nicht eingehalten wird, wird das Wasser als nicht-konform und somit nicht trinkbar eingestuft.
  • Was die Wirkstoffe von Pestiziden und ihre Stoffwechselprodukte betrifft, so beträgt die Norm für jedes einzelne Molekül 0,1 µg/l (1g/10.000 m3). Für die gesamten im Wasser vorhandenen Moleküle beträgt sie 0,5 µg/l. Wenn zum Beispiel  zwei Tropfen eines Konzentrats in einen See fallen, der ein Hektar groß und ein Meter tief ist, ist die Norm für Trinkwassertauglichkeit bereits überschritten !  

(Traduction des schémas en cours)

Globale Aufsicht der Wassergüte wird von der Wasser-Rahmenrichtlinie organisiert

Die Wasser-Rahmenrichtlinie erlegt jedem Mitgliedstaat die Einführung eines Überwachungsprogramms auf, das darauf abzielt zu prüfen, ob für die Wassermengen der gute Zustand gegeben ist.

In der Wallonie sind zwei Kontrollnetzwerke eingerichtet worden, um die Güte von Oberflächen- und Grundwasserkörpern zu prüfen.

  • Im Fall von Grundwasser setzt das Netz sich einerseits zusammen aus Meßstellen, die zu einem Netz von Wassererzeugern gehören und andererseits den sog. “vermögensrechtlichen” Meßstellen, die sich zusammensetzen aus Quellen und privaten Brunnen, die vom Öffentlichen Dienst der Wallonie verwaltet werden (ÖDW) (397 Stellen insgesamt).
  • Für Oberflächengewässer zählt man etwas über 380 „Kontroll-Standorte“. Allgemein gibt es je Wasserkörper einen Standort. Dort werden Nitrat sowie mehrere Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte von Pestiziden geprüft. . 

Das Netz zur Überwachung der Qualität von Grundwasser wird ebenfalls genutzt, um die Zonen zu erkennen, die anfällig sind für das Einsickern von Nitrat und zu prüfen, inwiefern das Programm zum nachhaltigen Stickstoffmanagement greift.

Weitere Informationen zu den Kontrollprogrammen: wallonie.be

Wasserqualität in der Wallonie

Grundwasser

Grundwasser wird in erster Linie durch das Einsickern von Regenwasser in den Boden gespeist. Indem Wasser einsickert, läuft es durch mehrere Erd- und Gesteinsschichten, die seine Unreinheiten auf natürliche Weise filtern. Theoretisch gilt: “Je tiefer das Grundwasser, je besser ist es geschützt”. Aus diesem Grund ist Grundwasser allgemein, in unbehandeltem Zustand, von ausgezeichneter Güte. Doch das Vorkommen gewisser Stoffe, wie z. B. Nitrat, Pestizide oder Kohlenwasserstoffe, werden nicht völlig vernichtet, indem sie die unterschiedlichen Bodenschichten durchqueren und sie können das Grundwasser somit verunreinigen.

In der Wallonie tragen landwirtschaftliche Aktivitäten wesentlich zum schlechten Zustand des Grundwassers bei. Für den Zeitraum 2014-2019 erreichen 41 % der Wasserkörper den guten chemischen Zustand nicht. Der Grund dafür ist Nitrat (Von 34 Wasserkörpern in der Wallonie sind 11 Wasserkörper davon betroffen) und Pflanzenschutzmittel (7/34). Gefolgt von den Haushalten und Dienststellen für die Bevölkerung, Tätigkeiten der Industrie und ehemaligen verschmutzten Standorten (Beispiel: vormalige Abfalldeponie). 

(Traduction des schémas en cours)

Oberflächengewässer

56 % der Oberflächenwasserkörper in der Wallonie sind aus physikalisch-chemischer Sicht in gutem Zustand (= nicht herabgestuft).  Die Faktoren, die eine Erklärung für den schlechten Zustand gewisser Wasserkörper liefern können, hängen mit der unzureichenden Reinigung von Abwasser, den Tätigkeiten in der Landwirtschaft (Nitrat, Pestizide) und, in geringerem Maße, mit den Tätigkeiten der Industrie zusammen.

MESu – Zustand Nährwerte und Pestizide   (Traduction des schémas en cours)

    Siehe  Der Standort :  Zustand der wallonischen Umwelt  der wallonischen Umwelt
    / le site état de l'environnement wallon

    Aktionen für jeden Sektor 

    Für jeden der betroffenen Sektoren werden Aktionsprogramme durchgeführt, um die Wassergüte zu schützen bzw. zu verbessern.

    • Im Agrarsektor ist das programm zum Nachhaltigen Stickstoffmanagement (PGDA) seit 2001 eingeführt. Es bietet Tools zur Verbesserung des Stickstoffmanagements und zur Verringerung der Umweltbelastung. 
    • Das Wallonisches Programm zur Reduzierung von Pestiziden / le Programme Wallon de Réduction des Pesticides (PWRP) gibt seit 2013 Leitlinien zur Begrenzung von Gefahren für Gesundheit und Umwelt vor, die mit der Nutzung von Pestiziden zu tun haben. Es gilt sowohl für die Fachleute aller Sparten als auch für Privatleute. 
    • Für die wallonische Industrie ihrerseits gilt das Dekret, welches das Verursacher-zahlt-Prinzip einführt (1990) und die Besteuerung entsprechend der Abwässer festlegt. 
    • Für Privathaushalte gilt für 87 % der Bevölkerung die kollektive Abwasserreinigung, für 12 % gilt die autonome Abwasserreinigung. Derzeit werden 91 % der Abwässer in einer Kläranlage aufbereitet. 

    Weitere Informationen  

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