Wenn Dauergrünland vernichtet wird, werden erhebliche Stickstoffmengen im Boden freigesetzt. In der Wallonischen Region wird die Vernichtung von Dauergrünland streng geregelt, um die Wasserressourcen vor der Gefahr der Nitratauswaschung zu schützen.

Dauergrünland und Vernichtung

Dauergrünland ist eine seit mindestens 5 Jahren angelegte Grünfläche. Die Mineralisierung setzt ab dem Umpflügen des Grünlands ein. Es kann während der beiden ersten Jahre, die auf die Vernichtung folgen, zwischen 300 und 700 kg Stickstoff/ha freisetzen. Das ist 5 bis 10 Mal mehr als in einem normalen Jahr. Diese intensive Mineralisierung kann der Grund für Verluste durch Auswaschung sein.

DIE VERNICHTUNG VON DAUERGRÜNLAND IST NUR ZWISCHEN DEM 1. FEBRUAR UND DEM 31. MAI ERLAUBT. Zudem ist diese Praxis auf den gesamten NATURA 2000-STANDORTEN, streng VERBOTEN.  

Das Programm zum nachhaltigen Stickstoffmanagement (PGDA) gibt Ratschläge zu den Praktiken zwecks Vernichtung von Dauergrünland, um diese Gefahr zu verringern. Neben dem Programm zum nachhaltigen Stickstoffmanagement kann eine klug ausgewählte Fruchtfolge die Möglichkeit bieten die Nutzung dieses Stickstoffs innerhalb des Betriebs zu optimieren


Gutes Anbaumanagement nach Umbruch 

Zeitweiliges Grünland ist von dieser Maßnahme nicht betroffen. 

retournement de prairie

Es wird wärmstens empfohlen während der beiden ersten Frühjahre, die auf die Vernichtung folgen, Rückstandsanalysen bei Winterende durchzuführen. Zudem muss bei der Berechnung der Düngung für die nachfolgenden Kulturen von einer höheren Humusrate ausgegangen werden. Letztgenannte ist umso größer je älter das Dauergrünland. Je höher die Humusrate, umso wichtiger ist die Mineralisierung. Doch auch die für die Parzelle angewandte Bewirtschaftungsform ist wichtig: Altes abgeweidetes Grünland wird mehr Stickstoff freisetzen als eine Mähwiese. Die Zusammensetzung der Flora kann hier auch Einfluss haben (Gibt es Leguminosen?). 

Welche Fruchtfolge ist die beste?


Das Anlegen von neuem Grünland ist die beste Fruchtfolge. 

Dafür gibt es zwei Gründe: Sie ermöglicht es eine große Menge Stickstoff zu entnehmen und die Entnahme erfolgt dank der ständigen Bodendecke über einen langen Zeitraum.

Es ist machbar das Grünland unter einer Vegetationsdecke, bestehend aus unreifem Getreide anzulegen, die den ersten Schnitt gewährleistet bis das Grünland entsteht. Mehrere Kulturen, wie z. Beispiel Rüben, Mais oder Sommergetreide sind auch vorteilhaft.

Auch Rüben können nach der Vernichtung von Dauergrünland in Betracht kommen, denn die tiefe Verwurzelung und ihre erhebliche Fähigkeit Stickstoff zu entnehmen, schränken die Gefahr durch Auswaschung ein. Auf Rüben kann ein Wintergetreide folgen, auf das Wintergetreide kann, zur Entnahme von überschüssigem Stickstoff, eine Zwischenkultur als Nitratfalle folgen.

Kommt nach Dauergrünland ein Sommergetreide in Betracht? Es wird sodann wärmstens empfohlen eine Zwischenkultur als Nitratfalle oder zeitweiliges Grünland anzulegen, das darauf folgt.

Mais stellt - nachdem Dauergrünland vernichtet worden ist - in puncto Auswaschung die riskanteste Wahl dar. Diese Kultur entnimmt den Stickstoff nur während eines relativ kurzen Zeitraums intensiv. Wenn zwei Mal Mais angebaut worden ist, nachdem das Grünland bestellt worden ist, so wird wärmstens empfohlen, nach der Silagebereitung und am besten zum 1. Oktober rasch Roggen oder Tritikale anzubauen. Die Alternative besteht darin im Frühjahr unter einer Maisdecke Weidelgras anzubauen. Wählt man eine frühe Sorte (geringer FAO-Preisindex), so wird es möglich zum Erntezeitpunkt einen ausreichenden Reifegrad zu gewährleisten. 

FAQ - Vernichtung von Grünland

Das Wallonische Programm zur nachhaltigen Stickstoffmanagement in der Landwirtschaft (PGDA) Das PGDA erlaubt das Weiden, vorausgesetzt die Decke wird nicht vernichtet. Im Umweltinteresse genutzte Fläche: Die Decke darf nur während 3 Monaten, in denen die Zwischenkultur besteht, von Schafen geweidet werden, insofern die Decke nicht vernichtet wird und mindestens 2 Sorten bestehen bleiben.

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